essen & trinken – Redaktionsblog

Unterwegs in Indien – Besuch der Pfefferbörse

Christiane Bloch Christiane Bloch
5. November 2008
1 Kommentar

Gewürze

Gewürze

Indien ist nicht nur ein vielfältiges und buntes Land. Wo einem laut singend in Orange langgewandete hinduistische Pilger auf der Landstraße entgegenkommen. Und Tempelelefanten per Pick-up-LKW transportiert werden (das geht schneller als zu Fuß). Indien ist auch, zumindest im Süden, ein heißes, tropisches Land. Und wo es heiß ist, kann Kälte zum Statussymbol werden.

Ein schönes Beispiel dafür ist die alte Pfefferbörse in Kochi, der Hafenstadt an der Südwestküste Keralas. Pfefferbörse, das klingt erstmal interessant für jeden, der in Sachen Gewürzreportage unterwegs ist. So vielversprechend nach Zahlen und Informationen über Produktionsmenge und Exportvolumen zum Beispiel. Und natürlich nach viel Hektik und Geschäftigkeit. Obwohl uns schon der Eingang mit den vielen Fahrrädern, die im Flur an der Wand lehnen, ein bisschen stutzig macht. Auch das stickige rosa Treppenhaus hat eher verblichenen und staubigen Charme. Dann eine Tür mit drei Paar Schuhen davor. Anklopfen und weiter auf Socken durch einen noch immer recht warmen Raum. Eine Reihe verlassener Telefonplätze, links. Dann eine Dame mit Goldrandbrille an einem kleinen, leeren Schreibtisch, rechts ein glatt gescheitelter Inder, der Schreibtisch ist ebenfalls klein und recht leer. Weiter hinten im Raum ist eine Art Büro-Separee abgeteilt. Dort deutet alles auf den Boss hin, unseren Informanten: ein großer Schreibtisch, hohe Stapel von Pappheftern – und eisige Kälte, Mr. Thomas, Chefverwalter der Indischen Pfeffer- und Gewürzvereinigung, umgibt. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren.

Was auch den Mann mit dem weißen Hemd und der großen Brille mit den eingeschliffenen Lesegläsern etwas zu lähmen scheint. Nein, hektisches Börsengeschehen gäbe es hier nicht, das sei seit einiger Zeit woanders und leise per Computer. Zahlen? „Na ja, die Pfefferpreise fallen. Zu viel Regen. Aber sie steigen wieder.” – Für die Reportage in der «essen&trinken» kein so befriedigendes Ergebnis. Aber eine Studie mit der Erkenntnis: Wer irgendwie wichtig ist, hat’s kalt.

Kommentare (1)

  1. Ich bin über die Fotosuche “Indien” im Netz auf Ihre Seite gestoßen und hätte gern das eine oder das andere Bild (speziell das mit dem Pfeffer) verwendet für eine PowerPoint-Präsentation. Wir möchten nämlich Kindern im Rahmen der Sternsingeraktion das Land Indien näherbringen und zeigen dazu ein paar Fotos her. Wir würden das Bild nach der Verwendung wieder vom PC löschen. Bitte um eine kurze Antwort hier, ich schaue dann regelmäßig nach – danke!

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