Ich muss es jetzt einfach mal schreiben dürfen, denn in der Weihnachtzeit regt es mich besonders auf: Die Suche nach den „großen“ Weinen. In Vorbereitung auf das Fest der Feste wird meistens der ultimative Rote gesucht, es kann aber auch der kuscheligste Kaminwein oder in Zeiten der Krise der Beste-billigste-Was-auch-immer-Wein sein.
Was soll das? Als wenn es sowas gäbe: ein Wein, der jedem schmeckt. Wieso soll mein oder Ihr Lieblingswein nun gerade unter den von irgendwelchen Experten erschmeckten Aromenbomben sein? Ich zum Beispiel trinke gern elegante, feingliedrige Spätburgunder. So ein Wein, im internationalen Sprachgebrauch Pinot Noir genannt, schafft es aber so gut wie nie, sich gegen die Wuchtbrummen durchzusetzen, die traditionell die Großverkostungen dominieren. Und wie oft habe ich es schon erlebt, dass die „Großen“, wenn sie nicht im Vergleich mit anderen Hundertschaften probiert werden, viel zu dick und fett sind. Mancher Experte war da von „seinem Wein“ nach einem Glas „satt“.
Ich kann diesen Herdentrieb nicht ausstehen. Es gibt so viele interessante Weine auf der Welt, die in kein Schema passen. Deshalb sollte sich jeder Weintrinker die Mühe machen, seinen ureigenen Lieblingswein selbst zu finden – und zwar immer wieder neu. Und apropos finden: Einige meiner Fest-Favoriten finden Sie in der aktuellen Dezemberausgabe von »essen & trinken« bei den Weihnachtsmenüs. Allerdings: Der dort unter anderem beschriebene Pinot Noir ist nicht gerade feingliedrig…
Foto: www.deutscheweine.de



Kommentare & Trackbacks