Die letzten 37 Jahre habe ich mit meinen Eltern Weihnachten gefeiert. Heiligabend gab’s Fondue, am ersten Weihnachtstag Pute und zum Dessert eine grandiose Mousse au chocolat. Immer. Zumindest soweit ich zurückdenken kann. Dieses Jahr ist alles anders. Meine Eltern feiern bei meiner schwangeren Schwester in Siena und ich mit Mann und Kind zu Haus. Was mich vor große Fragen stellt: Was um alles in der Welt essen wir Heiligabend? Was hat das Zeug zur Tradition? Sind kindertaugliche Würstchen mit Kartoffelsalat zu profan? Was will der Kerl, was das Kind und ist das ganze auch nicht zu aufwendig?
Seit letztem Sonntag bin ich schlauer. Ich habe den Kartoffelsalat unseres »essen&trinken«-Küchenchefs Achim Ellmer ausprobiert. Ganz schlicht mit Zwiebeln, Öl, Weißweinessig, Gurke und Dill. Der Familienrat war begeistert. Nur an den Würstchen müssen wir noch arbeiten. Die Bio-Puten-Wienerle waren – um das mal vorsichtig auszudrücken – ziemlich geschmacksneutral. Vielleicht muss am 24.12. doch das gute alte Schwein herhalten. Oder wir geben noch ordentlich Senf dazu.
Foto: Matthias Haupt



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