Überall sind sie jetzt wieder zu finden, im Boulevard-Blatt wie im Gesundheitsmagazin, diese schrecklichen Artikel zum Thema „Fett und Feiertage”. Sie heißen „24 Schlank-Tipps zum Fest”, „Reuelos naschen”, „Rank durch die Festtage” oder „Pumperlg’sund trotz Weihnachtsgans”.
Ich will das weder lesen noch wissen. Ist etwa Weihnachten die passende Gelegenheit, Diät-Gedanken zu wälzen oder gar auf die Linie zu achten? Natürlich nicht. Fett wird ganz sicher niemand, nur weil er an den Feiertagen mal, sondern eher im Alltag öfter das entscheidende bisschen zu viel einwirft. Was soll man anfangen mit dem Hinweis, dass lecker Stollen eine Kalorienbombe sei, die Pute der Gans der Figur wegen vorzuziehen wäre oder dass Obst als die gesündeste Weihnachtsnascherei überhaupt eigentlich auf jeden Adventsteller gehöre? Solche Tipps sind, wenn sie überhaupt ernst genommen werden, so gar nicht hilfreich, denn das einzige, das sie bewirken, ist ein schlechtes Gewissen. Aber schlechtes Gewissen und Genuss passen nicht zusammen.
Gerade an Weihnachten, das Fest des feisten Futterns, sollte doch nichts wichtiger sein, als die guten Speisen ungestört zu genießen. Und es gilt auch im Dezember: Genießen und Freude am Essen hat nichts mit Quantität, aber sehr viel mit Qualität zu tun.
Der einzige Tipp, den ich gelesen habe und der wirklich Sinn hat, war: Bewegen Sie sich! Drehen Sie nach dem Mittagessen eine Runde um den Block! Und zwar nicht, „um Kalorien zu verbrennen”, sondern um sich Appetit für den Nachmittagskuchen zu holen.
Weihnachten ist nur einmal im Jahr. Es wäre doch wirklich zu blöd, irgendeine der großartigen Leckereien auszulassen.
Foto: Maike Jessen



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