essen & trinken – Redaktionsblog

Merry Christmas, good old England!

Claudia Muir Claudia Muir
25. Dezember 2008
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Das Wort „merry” nehmen die Engländer wörtlich. Das fängt schon bei der weihnachtlichen Dekoration an. Statt Strohsterne oder Tannenzweige hängen die Briten in der ganzen Wohnung bunte Papiergirlanden und Weihnachtskarten auf. Zugegeben, sieht ein bisschen kitschig, aber sehr lustig aus.

Das traditionelle Weihnachtsessen am 25.12. beginnt mit einem Knall. Jeder Gast hat an seinem Platz einen Christmas Cracker – den Knallbonbon. Wenn man zu zweit daran zieht, bricht er in der Mitte mit einem Knall auf. Wer das größere Stück hat, behält den Inhalt – meist eine bunte Papierkrone (die sofort aufgesetzt wird) und ein kleines Spielzeug. Wenn dann der Truthahn endlich auf dem Tisch steht, hat jedes Familienmitglied eine Krone auf und ein Grinsen im Gesicht.

Kulinarischer Höhepunkt ist der Plumpudding, denn den gibt es nur zu Weihnachten. Allerdings darf man sich keinen Schokoladen- oder Vanillepudding aus Milch oder Sahne wie bei uns vorstellen. Vielmehr sind englische Puddings gekochte Kuchen, die in einer Puddingform lange im Wasserbad garen. Das Rezept variiert von Region zu Region, aber Trockenobst, Rosinen und Nüsse sind immer ein Teil der Zutaten. Traditionell wird ein Geldstück mit eingebacken, wer die Münze findet, darf sich etwas wünschen.

Die Engländer sind Traditionalisten und Monarchisten. Auch wenn sie das ganze Jahr über die Queen und die Royal Family meckern, am ersten Weihnachtsnachmittag sitzen alle gemütlich und friedlich (und für kurze Zeit ernst) vor dem Fernseher und hören sich die Weihnachtsrede der Queen an.

Übrigens: Der zweite Weihnachtstag heißt in England Boxing Day. Warum der Tag so heißt, weiß keiner mehr genau. Sicher ist, dass das Wort nicht von dem Kampfsport kommt, sondern von Box, dem Begriff für Schachtel.

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