Natürlich, sicher, klar, das steht ja außer Frage: Eigentlich essen wir alle niemals Fertiggerichte! So was würde uns nicht auf den Tisch kommen! Und doch können wir irgendwie mitreden, wenn es um das ausdrückliche “Kunstprojekt” des Fotografen und Aktionskünstlers Samuel Mueller geht. Eines schickt der Künstler direkt vorweg: Es gehe ihm nicht darum, zu be- oder verurteilen. Er wolle nur den Unterschied zwischen Werbung und Realität zeigen, sagt er. Dafür setzt er auf den berühmten Vorher-Nachher-Effekt: Zunächst fotografiert er die Verpackungen von Fertiggerichten. Die Bilder auf den Tüten, Dosen und Kartons zeigen appetitliche Aufläufe, feine Saucen, fruchtige Desserts, gehaltvolle Suppen und vieles mehr. Das zweite Bild jeder Serie zeigt das, was sich tatsächlich unter sämtlichen Folien befindet, weder beschönigt noch bewusst verschlechtert. Da sehen wir dann anstelle des kompletten Menüs drei eher undefinierbar gefüllte Plastikkammern einer Schale oder anstelle des fruchtigen Nachtisches eine Masse mit styroporartigen Kügelchen.
Das Foto-Projekt “Werbung gegen Realität” öffnet Dosen, Tüten und Augen! Alles zu sehen im Internet unter pundo3000.com oder mittlerweile sogar in Form eines gleichnamigen Buches. Ein Detail zum außergewöhnlichen Kunstprojekt zum Schluss: Nichts wurde vernichtet, alles wurde – egal, wie es aussah – komplett gegessen.
Foto: pundo3000.com


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