essen & trinken – Redaktionsblog

Surströmming

Laura Hempel Laura Hempel
15. Februar 2009
3 Kommentare

800px-surstrommingAuf dem Bild sehen Sie eine schwedische Delikatesse: Hering aus der Dose. „Nichts besonderes“, werden Sie jetzt sagen. Stimmt, allerdings ist auch nicht der Fisch das Entscheidende sondern Herstellung und „Duft“ des selbigen.

Der Fisch wird bereits im Frühjahr gefangen, kommt aber erst ca. ein halbes Jahr später in den Handel. In der Zwischenzeit wird er in Holzfässern eingesalzen und dann unerhitzt (!) in Konservendosen abgefüllt. Erst wenn diese fast kugelförmig ausgebeult sind, ist der Herstellungsprozess beendet. Mit anderen Worten: Der Hering in den Konserven ist vergoren! Nun erklärt sich auch der besondere “Duft” und die Bedingungen, unter denen man Surströmming öffnen sollte: am besten unter Wasser und nur im Freien! Ansonsten könnte, durch den Gärgasdruck, etwas von der Flüssigkeit in der Dose herausspritzen. Das sollte man wirklich tunlichst vermeiden, wie die folgende Geschichte zeigt.

1981 wurde einer Mieterin fristlos gekündigt, nachdem sie im Treppenhaus die Flüssigkeit einer Dose verteilte. Die Kündigung wurde vom Landgericht Köln bestätigt, nachdem in der Verhandlung ebenfalls eine Dose mit Surströmming geöffnet wurde.

Nachdem (vorsichtigen) Öffnen wird der Fisch unter frischem Wasser abgespült und ca. eine Stunde im Wasserbad eingelegt. Er soll nun sehr mild und fast geruchsneutral sein. Ich denke trotzdem nicht, dass ich ihn einmal probieren werde.

Traditionell serviert man ihn mit kalter Milch und Aquavit (skandinavische Spirituose auf Basis von Kümmel). Bei einem anderen Gericht wird Tunnbröd (ähnlich wie Knäckebrot) mit Butter bestrichen und anschließend mit gekochten Kartoffeln, rohen Zwiebeln und dem Hering belegt.

Kommentare (3)

  1. Was isr denn mit den “berühmten” Botulismus-Bakterien? Die sollen doch das Aufblähen der Konserven herbeiführen und hierzulande für Lebensmittelvergiftungen sorgen? Sind die Schweden vielleicht immun dagengen?? ;) Ich bin verwirrt??? (Das könnte ich, glaub ich, auch nicht runterwürgen. Ich finde, verdorbener Fisch ist das wahrscheinlich übelriechendste)

  2. Hi Laura!!!

    Okay…ich glaube DAS wär ein “Lebens”mittel,welches ich nicht wirklich kosten wollen würde.Klingt nicht so toll….

  3. Hallo,

    es ist absolut widerlich!
    Ich kann nicht glauben, dass wirklich Menschen dieses Übelkeit erregend stinkende Zeugs essen.
    Wir fahren regelmäßig nahc Schweden in Urlaub, zum Glück ist uns diese Delikatesse noch nie aufgetischt worden. ;-)
    Ich meine gesehen zu haben, dass die Dosen unter Wasser geöffnet werden, anders geht es auch gar nicht, sonst würde man sich ja die Räumlichkeiten verpesseten.
    Es gab mal eine Sendung, da mussten eine Reihe Sterneküche die stinkigsten Sachen der Welt testen, unter anderem Surströming.
    Der Kurt Jäger aus Wieck vom Darß (ich glaube zumindest, dass er es war-men Gedächtnis ist nicht das Beste ;-) )hat eine schwedische Frau und er wusste deshalb wie man die Konserve öffnet, aber als die die Dose aufmachten und versuchten einen Hering herauszunehmen, viel schon dass, was Hering sein sollte ab und es war nur noch die Gräte mit ein paar Resten dran zu erkennen. bäh, schüttel*
    Probiert haben diese Spezialität nicht alle, welch Wunder.
    liebe Grüße
    Biene

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