Auf dem Bild sehen Sie eine schwedische Delikatesse: Hering aus der Dose. „Nichts besonderes“, werden Sie jetzt sagen. Stimmt, allerdings ist auch nicht der Fisch das Entscheidende sondern Herstellung und „Duft“ des selbigen.
Der Fisch wird bereits im Frühjahr gefangen, kommt aber erst ca. ein halbes Jahr später in den Handel. In der Zwischenzeit wird er in Holzfässern eingesalzen und dann unerhitzt (!) in Konservendosen abgefüllt. Erst wenn diese fast kugelförmig ausgebeult sind, ist der Herstellungsprozess beendet. Mit anderen Worten: Der Hering in den Konserven ist vergoren! Nun erklärt sich auch der besondere “Duft” und die Bedingungen, unter denen man Surströmming öffnen sollte: am besten unter Wasser und nur im Freien! Ansonsten könnte, durch den Gärgasdruck, etwas von der Flüssigkeit in der Dose herausspritzen. Das sollte man wirklich tunlichst vermeiden, wie die folgende Geschichte zeigt.
1981 wurde einer Mieterin fristlos gekündigt, nachdem sie im Treppenhaus die Flüssigkeit einer Dose verteilte. Die Kündigung wurde vom Landgericht Köln bestätigt, nachdem in der Verhandlung ebenfalls eine Dose mit Surströmming geöffnet wurde.
Nachdem (vorsichtigen) Öffnen wird der Fisch unter frischem Wasser abgespült und ca. eine Stunde im Wasserbad eingelegt. Er soll nun sehr mild und fast geruchsneutral sein. Ich denke trotzdem nicht, dass ich ihn einmal probieren werde.
Traditionell serviert man ihn mit kalter Milch und Aquavit (skandinavische Spirituose auf Basis von Kümmel). Bei einem anderen Gericht wird Tunnbröd (ähnlich wie Knäckebrot) mit Butter bestrichen und anschließend mit gekochten Kartoffeln, rohen Zwiebeln und dem Hering belegt.


Kommentare & Trackbacks