Ob zu Hause oder auf Reisen, Italiener gehen nur ungern in Restaurants mit „fremdländischer” Küche, die nicht das vertraute Angebot von Pizza, Pasta, Pesce, Carne und Dolce im Sortiment haben. Andererseits sind sie mächtig stolz darauf, dass Italo-Food im Ausland boomt und dass es außerhalb ihrer Heimat sage und schreibe 60 000 italienische Restaurants gibt. Also: Trattoria „Da Luigi” in Istanbul super, aber Döner-Imbiss „Topkapi” in Milano nix gut? Oder wie jetzt?
Die Stadtväter von Lucca haben nämlich einen Feldzug gegen Überfremdung im Gastgewerbe und den damit verbundenen Verfall der italienischen Esskultur gestartet. So soll im historischen Stadtzentrum der toskanischen Stadt nicht nur die Neueröffnung von Fast-Food-Läden verboten sein, sondern auch die Eröffnung von Restaurants, die einer „anderen Ethnie” als der italienischen angehören. Aber schon melden sich kritische Stimmen: Dass man zunehmende McDonaldisierung und Star-Bucks-Epidemie nicht ungebremst hinnehmen wolle, sei begrüßenswert, aber deshalb auch gleich Chinesen und Thais mit ihren Restaurants zum Teufel zu schicken, sei „gastronomischer Rassismus”, so Paolo Cocchi, der Beauftragte für Handel und Touristik der Region Toskana.
Was meinen Sie? Lassen sich im Zeitalter der Globalisierung „die italienische”, „die deutsche”, „die französische” Küche durch Dekrete und Verordnungnen retten? Oder muss man dazu den Hebel woanders ansetzen?


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