
Blick über den Himalaya
Teetrinken mit Blick auf den Himalaya? Ja, herrlich, dort in den Höhenlagen von Ost-Nepal und Nord-Indien wachsen feinste Blatt-Tees. Aber: Teekultur? Nein, Fehlanzeige. Die Einheimischen trinken Chai: Es handelt sich um ganz einfachen Schwarztee gewürzt mit Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelken, Pfeffer. Das Ganze wird ziemlich süß und mit Milch getrunken. Das schmeckt schon, aber mit der edlen Eleganz der Tees aus diesem Grenzgebiet hat das gar nichts zu tun. Die werden exportiert.
Dennoch, für meine Tee-Reportage (»essen&trinken« März: Die zwei Welten von Pashupati) war ich im Gebiet von Darjeeling auf der indischen Seite und Ilam auf der nepalischen. Ich wollte wissen, wo und wie der Tee wächst und wie er verarbeitet wird. Eine Gruppe von Teehändlern hat mich mitgenommen. Das war großartig, denn so hatte ich Zugang zu den besten Fabriken und zu den Teebauern selbst.
In Nepal haben wir mehrere Tage im Dorf Pandam bei den Familien übernachtet. Jeden Morgen, wenn die eiskalte Nacht auf dem harten Brett – mit immerhin einer zwei Zentimeter dicken Wollauflage – endlich vorbei war, war ich froh. Und wenn das Frühstück vorbei war auch: Es gab Pfannkuchen zu Bratkartoffeln oder Momos, wie dort mit Zwiebeln gefüllte Nudeln heißen, oder fritierten Fisch zu Brat-Spaghetti. Das ist morgens gewöhnungsbedürftig. Aber die Landschaft ist ein Traum. Davon mehr im nächsten Teil.
Foto: Gottfried Reichenbach


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