Die Arbeit in einer Redaktion, die sich tagein, tagaus mit den Themen Essen und Trinken auseinandersetzt, hat ganz offenbar Auswirkungen auf die persönliche Wahrnehmung. Und nein, damit ist nicht der Blick auf die Waage gemeint. Es geht vielmehr um den Geschmackssinn, in Fachdeutsch: Gustatorik.
Kürzlich schrieb ich ja bereits über meine neu entdeckte Liebe für Oliven. Das war gestern. Heute geht es auf zu neuen kulinarischen Ufern und in eine ganz andere Richtung. Genauer: Es geht um die Königin der Früchte. Gut, der Fairness halber muss man zugeben, dass mittlerweile ein halbes Dutzend Früchte aus aller Welt diesen Titel verliehen bekommen haben, aber halbwegs majestätisch bleibt nur eine: die Ananas. Und diese Ananas war für mich seit Kindesbein der Inbegriff des Ungenießbaren. Stichwort Toast Hawaii. Daran erinnere ich mich mit Grausen. Es folgten weitere vorsichtige Versuche: auf Pizza, im Obstsalat, sogar pur. Es blieb eine geschmackliche Katastrophe.
Was das jetzt alles mit meiner Arbeit zu tun hat? Schauen Sie sich die neuen Videos in der Kochschule an. Eines davon erklärt, wie frische Ananas verarbeitet wird. Im Zuge meiner Arbeit an dem Video habe ich es mir – sagen wir gefühlte 10 Mal angesehen. Konsequenz: Keine 24 Stunden später gab es Ananas. Und Sie werden wissen, worauf ich hinaus will: Sie schmeckte tatsächlich hervorragend.
Über die Ursachen bin ich mir im Unklaren. Verändert dauerhafte visuelle Durchdringung den Geschmackssinn? Bin ich einem wissenschaftlichen Wunder auf der Spur? Vielleicht können Sie helfen.
Foto: www.flickr.com


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