essen & trinken – Redaktionsblog

Currywurst: der kleine Unterschied

Saskia Fehrholz Saskia Fehrholz
10. März 2009
9 Kommentare

currywurstImmer wieder gerne erinnere ich mich an “meine” Pommesbude damals in Bochum. Hier gab’s die beste Currywurst: schön viel Sauce, dicke Wurststücke und grundsätzlich etwas zu scharf. Beim Verlassen der Bude rief einem der Wirt hinterher: “Bis morgen!” Automatisch hatte man dann den Hit von Ruhrgebietsbarde Herbert Grönemeyer im Kopf: “Bisse richtig down, brauchse wat zu kau’n – ne Currywurst”. Ja, die Currywurst – zum Ruhrpott passt sie wunderbar, erfunden wurde sie aber wohl doch in Berlin. Dort habe ich sie jüngst getestet. Die Berliner Currywurst sieht toll aus: Herrlich ungesund, vor Fett triefend und – das Wichtigste – sie ist in Stücke geschnitten! Denn ganz ehrlich: Die so genannte Currywurst, die man zum Beispiel in Hamburg serviert bekommt, geht gar nicht! Eine ganze Wurst am Stück liegt da auf dem Teller. Dabei besteht der Sinn der Currywurst doch auch darin, dass man sie bequem mit der Gabel essen kann und eben nicht schneiden muss. Dabei behaupten viele Menschen, dass die Original-Currywurst eigentlich aus Hamburg komme, aber das sind bis heute Gerüchte. Fakt ist, dass eine gewisse Herta Heuwer aus Berlin vor 50 Jahren ihre spezielle Sauce für die Wurst patentieren ließ. Tomatenmark, Currypulver und ein paar geheime Gewürze machten damals die Sauce aus. Was heute alles in der dunkelroten Tunke steckt, will man vielleicht besser gar nicht wissen. Im Ruhrgebiet schwimmen die Wurststücke regelrecht in der Sauce, Curry steckt schon mit drin. In Berlin kommen ein Saucenschwung und extra Currypulver oben auf die Wurst, die hier übrigens noch liebevoll von Hand mit dem Messer zerteilt wird (zumindest in der kleinen Bude nahe Ku-Damm, wo ich der fettigen Versuchung erlegen bin). Im Ruhrgebiet schmeißt man die Wurst in eine Art Häcksler, wo sie innerhalb weniger Sekunden in mundgerechte Happen gerattert wird. Übrigens gibt es auch bei der Wurst Unterscheide: Meine Test-Wurst in Berlin hat keinen Darm, sieht fast aus wie eine Weißwurst und ist von den Zutaten her eher eine Brühwurst, die aus Rind- und Schweinefleisch besteht und nur im heißen Fett erhitzt wird. Im Ruhrgebiet ist die Wurst für die Currywurst eine Bratwurst. Wenn Sie übrigens von anderen, gar traumhaften Currywürsten berichten wollen, bitte gerne! Ich bin gespannt! Die in Berlin war übrigens alles in allem echt gut … vor allem nach der anstrengenden Shopping-Tour auf dem Ku-Damm!

Foto: Flickr, Telesoap

Kommentare (9)

  1. Das können wir Hamburger natürlich gar nicht so im Raum stehen lassen! Vielleicht haben wir nicht die älteste Currywurst Deutschlands. Aber wir haben garantiert den spannendsten Currywurstladen: Die Curry Queen! Dort gibt es orientalische Lammwurst vom Salzwiesenlamm, Bisonbüffelwurst, Salsicce Toscana mit Fenchel und Rotwein und jetzt auch noch Pata Negra Wurst vom schwarzen Iberico-Schwein! Und die Currys dazu: einfach genial!!! Blumigen Curry Mumbai mit Vanillenote, Curry Jaipur mit feinem Zitronengras-Aroma, Curry Anapurna mit viel Knoblauch – und Quick Killer. Der hat so teuflich schwarf, dass Jugendliche unter 18 ihn nicht bekommen. Und alle Currys hat Deutschlands Gewürzpapst und Sternekoch Ingo Holland entwickelt. Und das wird auch noch alles unter einem Kronleuchter aus den 60ern oder 70ern serviert. Natürlich ist die Wurst geschnitten. Per Hand und nicht per Maschine.
    Curry Queen, Erikastraße 50 (Eppendorf), Tel. 040/52 67 77 84
    Montag bis Samstag von 11.30 bis 22 Uhr geöffnet

  2. zum Kommentar von Gabriele Götzer ,

    Das ist ja die reinste Werbung ! ;O(((

  3. Ich hab das eher amüsiert gelesen. Dazu ist doch auch sicherlich dieser Blog mit da. ;)
    Na gut, würde ich in HH wohnen hätte ich mir den Laden auch mal angeschaut.

  4. Also ich finds cool so ein Tipp und werbung kann man doch machen, wenn man davon überzeugt ist (oder glaubst Du, Jakob, Gabriele hat dafür von dem Restaurant Geld bekommen?!?)
    Also ich werde auf jeden fall bei meinem nächsten Hamburg-Besuch die Currywurst dort testen gehen.
    Ach übrigens, ich finde die beste Currywurst Berlins gibt es in der kleinen Currywurstbude unter der s-Bahn-Haltestelle Friedrichstrasse fast direkt gegenüber vom Kabarett-Theater Distel!

  5. Hallo in die Welt der Currywurst,
    nichts gegen Berlin und die Currywurst aus dieser Stadt,———-aber die kalte Currysauce die über die warme geschnittene oder geteilte Wurst gegeben wird ,ist nicht mein Fall. Die Currysauce muss heiss sein, zur Winter- wie auch zur Sommerzeit.
    Darum ist mir die Currywurst im Ruhrgebiet “echt lieber”. Und es darf kein labbertostbrot dabei sein, ein frisches kleines Brötchen/Schrippe ist Pflicht.Bin ca. 4mal im Jahr in Berlin und besuche auch Freunde im Süden der Stadt.

  6. Also nichts gegen Hamburg oder den Pott, aber die beste Currywurst kommt nun mal aus Berlin. Ich habe 25 Jahre in Berlin gelebt und kenne viele Stände an denen sie schmeckt bzw nicht schmeckt. Besonders ist sie in Prenzlauer Berg unter der Hochbahn und am KuDamm wo sie auch mit Champagner serviert wird.
    Im Ruhrpott bin ich geboren und dort habe ich im Duisburger Hauptbahnhof eine erstklassige Curry gegessen, wobei Köln auch nicht zu verachten ist. In hamburg würde ich keine Currywurst essen, sondern Fisch.

  7. [...] & trinken blog wird über die Currywurst berichtet. Nicht über irgendeine, sondern über die Berliner Currywurst.  Hat ja was von Grundsatzdiskussion, wo es die bessere Currywurst gibt. In der Hauptstadt oder im [...]

  8. Hi,

    ich bin der absolute Currywurstfan, aber wenn ich dann so lese lammwurst vom Salzwiesenlamm etc. stellt sich mir doch die Frage: Was hat das noch mit Currywurst zu tun?

    Die beste Currywurst gibt es übrigens m.E. immer da wo sie dem Esser am besten schmeckt, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

    lg
    grimmel

  9. Habe am Flughafen Schönefeld eine gigantisch gute
    Currywurst gegessen.

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