Immer wieder gerne erinnere ich mich an “meine” Pommesbude damals in Bochum. Hier gab’s die beste Currywurst: schön viel Sauce, dicke Wurststücke und grundsätzlich etwas zu scharf. Beim Verlassen der Bude rief einem der Wirt hinterher: “Bis morgen!” Automatisch hatte man dann den Hit von Ruhrgebietsbarde Herbert Grönemeyer im Kopf: “Bisse richtig down, brauchse wat zu kau’n – ne Currywurst”. Ja, die Currywurst – zum Ruhrpott passt sie wunderbar, erfunden wurde sie aber wohl doch in Berlin. Dort habe ich sie jüngst getestet. Die Berliner Currywurst sieht toll aus: Herrlich ungesund, vor Fett triefend und – das Wichtigste – sie ist in Stücke geschnitten! Denn ganz ehrlich: Die so genannte Currywurst, die man zum Beispiel in Hamburg serviert bekommt, geht gar nicht! Eine ganze Wurst am Stück liegt da auf dem Teller. Dabei besteht der Sinn der Currywurst doch auch darin, dass man sie bequem mit der Gabel essen kann und eben nicht schneiden muss. Dabei behaupten viele Menschen, dass die Original-Currywurst eigentlich aus Hamburg komme, aber das sind bis heute Gerüchte. Fakt ist, dass eine gewisse Herta Heuwer aus Berlin vor 50 Jahren ihre spezielle Sauce für die Wurst patentieren ließ. Tomatenmark, Currypulver und ein paar geheime Gewürze machten damals die Sauce aus. Was heute alles in der dunkelroten Tunke steckt, will man vielleicht besser gar nicht wissen. Im Ruhrgebiet schwimmen die Wurststücke regelrecht in der Sauce, Curry steckt schon mit drin. In Berlin kommen ein Saucenschwung und extra Currypulver oben auf die Wurst, die hier übrigens noch liebevoll von Hand mit dem Messer zerteilt wird (zumindest in der kleinen Bude nahe Ku-Damm, wo ich der fettigen Versuchung erlegen bin). Im Ruhrgebiet schmeißt man die Wurst in eine Art Häcksler, wo sie innerhalb weniger Sekunden in mundgerechte Happen gerattert wird. Übrigens gibt es auch bei der Wurst Unterscheide: Meine Test-Wurst in Berlin hat keinen Darm, sieht fast aus wie eine Weißwurst und ist von den Zutaten her eher eine Brühwurst, die aus Rind- und Schweinefleisch besteht und nur im heißen Fett erhitzt wird. Im Ruhrgebiet ist die Wurst für die Currywurst eine Bratwurst. Wenn Sie übrigens von anderen, gar traumhaften Currywürsten berichten wollen, bitte gerne! Ich bin gespannt! Die in Berlin war übrigens alles in allem echt gut … vor allem nach der anstrengenden Shopping-Tour auf dem Ku-Damm!
Foto: Flickr, Telesoap

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