
Gemüse-Spaghetti-Schneider
Gestern kam eine Redakteurin mit einem superneuen, total spannenden Küchengerät in die Konferenz: einer Gemüsespaghettischneidemaschine. Sie wollte damit am liebsten gleich in unserer Versuchsküche loslegen und Möhren, Zucchini, Kürbis und Kartoffeln in hauchdünne, lange Streifen schneiden. Ich hatte ein Déjà-Vue-Erlebnis: Irgendwie kam mir das Teil bekannt vor.
Dann fiel es mir wieder ein: Vor über elf Jahren hatte unser damaliger Chefredakteur Peter Ploog mit Sternekoch Sepp Viehauser im Fernsehen gekocht. Und genau da kam diese Maschine mit der Kurbel und den stabilen Beinen zum Einsatz. Die Leser rannten uns die Türen ein. Alle wollten diese Gemüsespaghettischneidemaschine. Irgendwann war der Markt wohl gesättigt – ich habe jedenfalls jahrelang nichts mehr davon gehört. Bis gestern. Da kam es boomerang-artig aus einem früheren Leben zurück. Einziger Unterschied: damals hieß sie Spirali und war von Lurch, heute ist es Spirelli von Gefu.
Ähnlich ging es mir übrigens vor zwei, drei Jahren mit dem guten alten Römertopf. Er war der ganze Stolz meiner Großmutter, und er kam immer sonntags zum Einsatz, barg einen knusprigen Mistkratzer, Entenkeulen oder einfach einen saftigen Braten. Hinterher war er immer schwer verkrustet und nur mühsam zu säubern. Dann verschwand er eines Tages. Bis er 35 Jahre später aus der Versenkung wieder da war – in alter Pracht und als Liebling aller Hausfrauen. Man kann sich eben auf die Versenkungen nicht wirklich verlassen.
Foto: amazon.de


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