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Pionier in Sachen Bier

Renate Frank Renate Frank
28. März 2009
4 Kommentare

Bierkreationen der Brooklyn Brewery

Bierkreationen der Brooklyn Brewery

Bayern ist das Bier-Zentrum Deutschlands, glauben die Bayern. In allen anderen Regionen denken die Biertrinker etwas anderes. Doch richtig spannend ist es in Sachen Gerstensaft zur Zeit in den USA. Ja, das ist auch das Land der hellgelben, geschmacksneutralen Industrie-Brühe. Aber in New York zum Beispiel gibt es Garrett Oliver. Der Vize-Präsident und Braumeister der Brooklyn Brewery braut, inspiriert von der deutschen, belgischen und englischen Tradition, mit kreativem Ansatz.

Nicht zuletzt er hat eine ganze Bewegung angestoßen. Ungefähr 1400 Craft Brewers, also unabhängige Klein- und Regional-Brauereien, machen gutes Bier aus natürlichen Rohstoffen. „Wir haben heute bei weitem die lebendigste Bierkultur der Welt”, sagt Oliver nicht ohne stolz. Lesen Sie mehr zum Thema im neuen Aprilheft von essen&trinken. Und noch eins: 2011 bringt der Gentleman, Gourmet und Brauer den ersten „Oxford Companion to Beer” heraus. Wir sind jetzt schon gespannt.

Kommentare (4)

  1. die Brooklyn Brewery gibts erst seit 1987. Die ganze Bewegung mit Spezialbieren und sog. Micro Breweries ist an der Westkueste entstanden. Anchor Brewery in San Francisco sogar schon seit 1896!
    Sierra Nevada Brewing 1981, Pyramid Breweries ( MacTarnahan’s ) 1984, Bridgeport Brewery 1984, usw, usw, sind alle in der N.California, Oregon und WA State area. Die New Yorker haben sich halt angehaengt

  2. Bewegung für die Vielfalt

    Es ist richtig, dass der Ursprung der Craft Beer-Bewegung mit der Wiedereröffnung der Anchor Steam Brewery in San Fransisco durch Fritz Maytag datiert wird. Das war 1965. Und es stimmt auch, dass es schon viel früher eine Fülle von vielen verschiedenen Brauereien in den USA gab. Das große Brauersterben setzte nämlich Mitte des vergangenen Jahrhunderts ein.

    So produzierten in den USA um 1900 rund 2000 Brauereien Biere der verschiedensten Sorten. Das änderte sich mit der Prohibition, dem vollständigen Verbot von Alkohol in den Jahren 1920 bis 1933. Danach nahm nur die Hälfte der Brauereien ihre Produktion wieder auf. Ein gewaltiger Konzentrationsprozess tat sein Übriges. Bis in die 50er Jahren hinein erlebten die Amerikaner schließlich den kompletten Niedergang ihrer bierigen Geschmacksvielfalt.

    Viele begannen mit dem Brauen zuhause, und aus Heimbrauern wurden Profis. Die ersten starteten in den 70ern. Dank der Homebrewers Association tauschten sich alle rege aus und halfen einander, richtig gutes Bier zu machen. Immer mehr Heimbrauer gründeten Firmen.

    So begann die eigentliche Pionierzeit der amerikanischen Craft Brewers in den 80er Jahren. Brauereien taten sich zusammen, um gemeinsam einen Markt zu entwickeln und den Konsumenten, die neuen Biere schmackhaft zu machen. Bierverkostungen und Biermenüs, bei der nicht nur die Biere einer einzigen Brauerei vorgestellt wurden, gehörten zum Programm. Garrett Oliver war einer der ersten, die sich auf diese Weise um das Image des Bieres verdient gemacht haben.

    Das sympathische an der Craft Brewer-Bewegung: Die Brauereien fördern gemeinsam die Vielfalt. Es geht weniger darum, wer der erste ist und ob sich Trittbrettfahrer dranhängen sondern vielmehr: Was kann jeder einzelne Brauer dazu beitragen, damit der Kuchen (Markt) größer wird und noch mehr Leute Spaß an gutem Bier finden. Und Spaß macht das amerikanische Craft Beer auf jeden Fall, sei es an der West- oder Ostküste oder mitten in Colorado!
    Cheers
    Sylvia Kopp, Bierbotschafterin

  3. Die U.S.A. waren in den 1980er und -90ern von einer regelrechten Goldgräberstimmung beseelt. Statistisch gesehen, öffnete alle zwei Wochen eine neue Gasthausbrauerei, bzw. Micro-Brewery. Unendlich viele Leute organisierten sich in Hausbrau-Gemeinschaften, es gab sogar sog. “Brew-Your-Own” Geschäfte, wo man an kleinen Kesseln sein eigenes Bier brauen konnte. Auf gewerblichen Informationsveranstaltungen wurden von schier unglaublich möglichen 10.000 Brauereien für die Zukunft in den U.S.A. gesprochen…

    Sicherlich ist der Markt inzwischen erheblich reifer und nicht mehr so dynamisch, aber der Geist existiert weiterhin. Die Branche strahlt vorallendingen Gemeinschaftlichkeit und gegenseitigen Respekt aus.

    Grundlage dieser Entwicklung war die Aufhebung eines eher unscheinbaren Gesetzüberbleibsels aus der Prohibitionszeit, das verbot Bier dort zu verkaufen, wo es auch hergestellt wird. Die Aufhebung dieser Einschränkung vollzog sich in vielen U.S. Bundesstaaten ab den 1960ern und machte den Weg frei für eine wahre Braurevolution in den U.S.A.. Wegbereiter dieser Entwicklung war schon immer ein recht guter Anteil von importierten Bieren, vornehmich aus Deutschland, Großbritannien und Belgien. Als “Re-Import” kann man für Deutschland durchaus die Renaissance der hiesigen neuzeitlichen Gasthausbrauerei ab den 1980ern ansehen ohne die die Anzahl der deutschen Brauereien sicherlich schon weit unter 1.000 heutzutage gesunken wäre.

  4. Guter Artikel, auch für mich ist der Bier Kult eine der großartigsten Dinge auf der Welt.

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