Von Irland nach Kuba, One-Way: 6000 km. Zu Wasser. Das ist die Strecke, die ein im Atlantik beheimateter Blauflossenthun in einem halben Jahr zurücklegen kann, um zu laichen. Bei Thunfischen handelt es sich also um beeindruckende Meeresbewohner. Und auch kulinarisch erfreuen sie sich höchster Beliebtheit.
Genau genommen zu hoher Beliebtheit. Eine aktuelle Prognose des WWF warnt sogar davor, dass der Mittelmeer-Blauflossenthun 2012 ausgerottet sei, wenn die Zeitfenster, in denen der Fisch gefangen werden darf, nicht ausgesetzt würden. Die Fangsaison im Mittelmeer startet in aller Regel Mitte April und fällt damit in die Laichsaison der Tiere. Deren Bestand ist in den letzten 50 Jahren allein im Mittelmeer um 75 Prozent gesunken.
Das Problem besteht indes nicht nur in Europa, sondern weltweit. An Fischständen und auf Thunfischdosen prangt zwar das Siegel für „delphinfreundlichen” Fang, dafür bringen die neuen Fangmethoden ganz andere Probleme: Hierbei treibt ein größeres Objekt frei im Wasser, von dessen Schatten die Schwarmfische quasi magisch angezogen werden. In diesen Schwärmen tummeln sich etliche Jungtiere, die als Beifang in die Netze gehen. Auf diese Weise nehmen nicht nur die Bestände rapide ab, die Blauflossen-Thunfische erreichen auch längst nicht mehr ihr ursprüngliches Gewicht von bis zu beeindruckenden 900 kg. Ihr Durchschnittsgewicht liegt derzeit gerade noch bei mageren 65 kg.
Dabei gibt es mittlerweile Methoden, sowohl junge Tiere zu schützen als auch den Beifang anderer bedrohter Tierarten wie Schildkröten zu reduzieren. Speziell geformte Fanghaken können von Schildkröten und Jungtieren nicht verschluckt werden, sind für die Fischer aber schwerer zu handhaben.
Eine andere Lösungsalternative können die Verbraucher selbst realisieren. Vorreiter ist hierbei das Fürstentum Monaco. Dort verzichten Restaurants, Einzelhändler und Chefköche komplett auf den Blauflossenthun. Das selbst auferlegte Verbot wolle man aufrechterhalten, bis sich die Bestände wieder erholt hätten. Monaco ist damit der erste Staat der Welt, der einen solchen Verzicht übt. Vorbildhaft.
Foto: Wikimedia


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