
Rhabarberkuchen mit Muskatstreuseln
Nein, dies wird keine Ode auf die Weihnachtsfeiertage, sondern behandelt meine ganz persönliche Gier nach Frühling.
Jedes Jahr aufs Neue bekomme ich im Frühjahr Lust auf Spargel und Rhabarber, was für sich genommen ja nichts Ungewöhnliches ist. Aber während ich beim Spargel trotz des plötzlichen und anhaltenden Sonnenscheins im April eisern auf den 17. April wartete, den Tag, an dem höchst offiziell deutscher Spargel verkauft wird, bin ich beim Rhabarber schwach geworden.
Schon eine Woche vor Ostern hatte ich das erste Rhabarber-Bund aus dem Augenwinkel im Supermarkt erheischt, und am Osterwochenende war ich dann nicht mehr zu bremsen: Obwohl es mein säuerliches Begehr noch nicht auf dem Markt zu kaufen gab, und ich da wirklich streng mit mir bin, musste ich unbedingt zu Ostern der Familie unseren Lieblings-Frühjahrskuchen kredenzen: Rhabarber-Muskat-Streuselkuchen.
Also am Samstagnachmittag mit all den Späteinkäufern vorm Feiertagsdoppel ab in den Supermarkt und schamhaft zugegriffen: 1 gutes Kilo Rhabarber. „Herkunftsort Deutschland” stand auf der Kiste, aber das wollte ich nicht glauben, und auch gar nicht mehr so genau wissen. Mir war einfach alles recht, und am Abend beim Backen habe ich dann auch nur noch wohlig meine Vorfreude gespürt. Mann und Kinder haben rein gar nichts von meinem schlechten Gewissen gemerkt und den Kuchen wie üblich gelobt, und das war schließlich höherer Zweck der Übung.
Ab Mai, also auch mit dem eigenen Rhabarber aus dem Garten, höchst empfehlenswert: Das Rezept befindet sich in der Maiausgabe 2006 von „viva!”.
Foto: Carsten Eichner


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