essen & trinken – Redaktionsblog

Gegenteil von durstig?

Saskia Fehrholz Saskia Fehrholz
27. April 2009
7 Kommentare

durstigIst es womöglich schon eine philosophische Frage? Kann der Durst unseres Körpers je wirklich gestillt sein? Sind nichts stets all unsere Sinne auf “Aufnahme” programmiert? Ist besonders die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr nicht entscheidend für unser Leben? Immer wieder bekomme ich doch auch den Rat : “Trinke nicht nur dann, wenn Du Durst hast!” Und trotzdem: Wenn ich wirklich mal überhaupt gar keinen Durst haben sollte – was sage ich dann??? Eigentlich hat fast alles ein Gegenteil: hell-dunkel, kalt-warm, hungrig-satt. Nur das arme Wort “durstig” ist ganz alleine auf der Welt. Deswegen hat es damals, kurz vor dem Jahrtausendwechsel, einen Wettbewerb gegeben, bei dem ein passendes Gegenstück zum Durst gefunden werden sollte. Der revolutionäre Vorschlag: sitt! Da müssen wir uns im Vergleich zum Satt wenigstens nur einen neuen Buchstaben merken. Hat trotzdem nicht geklappt. Sprache wächst schließlich durch das Sprechen und nicht durch Wettbewerbe. Bleibt das Problem also bestehen: Was sagen wir Mundfaulen, die sich kurz fassen wollen, wenn wir keinen Durst mehr haben? Ich bin voll? Ich habe meine zwei Liter für heute erreicht? Lassen Sie uns einen kleinen Wettbewerb starten …!

Kommentare (7)

  1. Nabend Saskia!!!
    Sitt kannte ich auch und finde es irgendwie ein “Unwort”…hört sich in meinen Ohren ganz komisch an…
    Ich sag “ich hab keinen Durst mehr”…schön finde ich auch “undurstig” ;)

  2. Also “sitt” ist in meinen Augen ein ‘künstliches Wort’, welches in der deutschen Sprache auch bisher garnicht richtig angenommen wurde.
    Ich sage einfach “Ich habe keinen Durst” … was ist daran so schlimm ? Die Länge vielleicht ? Wir haben schon so viele Abkürzungen im Sprachgebrauch, da kann man ruhig auch mal einen ganzen Satz von sich geben und muss nicht auch dafür noch ein Kürzel verwenden. Ich finde sowieso, dass unsere Sprache immer mehr ‘verkommt’ – Abkürzungen wohin man schaut, englische Wörter werden übernommen, “denglische” Wörter gibt’s auch zur Genüge … schade eigentlich. Das hat sicherlich auch mit dem Internet-Zeitalter zu tun und mit den SMS … je kürzer desto besser.
    @ Mosi:
    “undurstig” finde ich auch nicht schlecht …

  3. Tja, ich fand “sitt” ganz lustig, benutzt nur keiner. Ist aber nunmal so, es gibt immer wieder Dinge, die keine Bezeichnung haben, siehe “Warentrenner” oder “Kundentrenner”, das Ding, was man beim Einkaufen an der Kasse aufs band legt! Deshalb, für Maulfaule Leute, die keinen Durst haben reicht doch auch ein Kopfschütteln ;-)

    Oder ein Vorschlag: Wie wäre es mit “durstlos” (wie lustlos)!

  4. @Rissel
    “Kassentoblerone” ;)

  5. Der gemeine Biertrinker kennt die Ausdrücke “unterhopft” und “überhopft”. :-) )

  6. Genau so kenne ich es auch.

  7. Bin derselben Meinung wie Kassandra:
    Meine Aussagen sind:
    ganz wohlerzogen: Nein danke, ich möchte nichts mehr trinken;
    oder: Kapazität erschöpft;
    oder, ganz provokativ: Kanal voll!

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