Kennen sie schon die JLF-Probe? Die Abkürzung steht für „Je leerer die Flasche” und wird ergänzt durch „desto besser der Wein”. Was sich wie eine Binsenweisheit anhört, ist im wahren Leben eine spannende Sache.
Laden sie sich Freunde ein, kaufen Sie vergleichbare Weine, also zum Beispiel von einer Rebsorte oder aus einem Gebiet. Alle Weine werden gleichzeitig aufgemacht. Jeder erhält ein Glas und probiert sich mit jeweils einem kleinen Schluck kurz durch, um eine Idee zu bekommen, um was es sich handelt.
Dann kommt das Essen auf den Tisch und jeder trinkt, was er mag. Der Gastgeber passt auf und ruft stop, sobald die erste Flasche leer ist. Nun wird mit einem Lineal gemessen, wie voll die restlichen Flaschen noch sind und das Ganze notiert. Danach kann fröhlich weiter getrunken werden …
Ich habe es mehrfach ausprobiert, so eine Probe macht großen Spaß. Und es stimmt, bei einer eher langweiligeren Blindverkostung kommt im wesentlichen das Gleiche heraus.
Erfunden hat das Prinzip übrigens Andreas März, der Chefredakteur von „Merum, Zeitschrift für Wein und Olivenöl aus Italien”. Der Mann ist Fan des Unverfälschten und einer der wenigen in der deutschsprachigen Presselandschaft, die sich absolute Unabhängigkeit erhalten haben. Daher kommt es auch, dass ihn keiner behelligt, wenn er sich ungewöhnliche Methoden ausdenkt, um dem vollen Geschmack auf die Spur zu kommen.
http://www.merum.info


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