essen & trinken – Redaktionsblog

Der Prosecco ist immer und überall

Renate Frank Renate Frank
22. Mai 2009
3 Kommentare

Geht Ihnen der allgegenwärtige Prosecco auch so auf die Nerven? Es scheint fast so, als wenn ohne IHN nichts geht, kein zwangloses Treffen, keine Party, kein gar nichts. Dabei riecht vieles, von dem was da unter dem Namen Prosecco ins Glas kommt, wie Haarspray und schmeckt nicht unähnlich.

Seinen Ursprung hat der spritzige Prickler aus der gleichnamigen Rebsorte in Italien und zwar im Gebiet um Venedig. Dort ist er das Getränk, das man zur Erfrischung auf der Piazza zu sich nimmt oder der Aperitif, von dem ein Glas die Wartezeit auf das Essen verkürzt. Wunderbar! Und damit wir uns nicht falsch verstehen: Dort gibt es ihn auch noch, diesen guten bodenständigen Wein mit oder ohne Kohlensäure.

Aber warum muss es bei uns immer und überall und in großen Mengen Prosecco sein? Jetzt hat sogar noch ein Hersteller in Baden einen alkoholfreien „Pro Secco” herausgebracht. Es handelt sich schlicht um Traubensaft mit zugesetzter Kohlensäure und dann auch noch „vom Riesling”, wie betont wird! Das versteht doch wirklich niemand mehr.

Kommentare (3)

  1. Den gibts doch jetzt auch schon passend dazu in Dosen. Sehr stillos! Genauso wie Kaffee aus Pappbechern

  2. Der Kampf der Leute vom Fach ist in jedem Fall verloren, wenn es darum geht einem Verbraucher klar zu machen, dass es sich hier um eine Rebsorte handelt, die in der Ursprungsregion in der Regel zu einem Spumante (Schaumwein) und nicht zu einem Frizzante (Perlwein) verarbeitet wird. Da Perlwein im Gegensatz zu Schaumwein in Deutschland steuerfrei ist, bedurfte es nur eines konsquent preisaggressiven Angebots der hiesigen Supermärkte, einer Schar von Verbrauchern, die ihr Heil in dem gefühlt billigsten Preis sahen und laxen Kontrollen bei der Verarbeitung dieser Traube, um aus diesem Wein Ramschware zu machen.
    Ab 2010 ist mit diesem Wildwucher zumindest von Herstellerseite Schluss, da die schlecht kontrollierte IGT-Qualität vom Markt verschwinden wird und durch eine hoffentlich besser kontrollierte DOC-Qualität ersetzt wird.

  3. Ich muss Dir da wirklich recht geben! Guter deutscher Sekt wird einfach verkannt und nur da es eine Trend ist Prosecco getrunken. Schade!

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