essen & trinken – Redaktionsblog

Mit Wein-Humor gegen die Krise

Im täglichen Leben gibt’s ja im Moment für viele nichts zu lachen. Deshalb empfiehlt es sich auf der Suche nach Sprach-Spaß, ein bisschen in Weinbeschreibungen zu schmökern, denn da kommt Laune auf. Gemeint sind nicht die Experten, die angesichts eines Weinglases von geschliffener Nase sprechen und 20 Früchte aufzählen oder wieder mal den viel belachten Damensattel bemühen, links- (oder war es doch rechts?) seitig geritten.

Nein, wir sprechen von den individuellen Beschreibungen, die Weinfreunden unter dem Einfluss von Alkohol so einfallen – mit Animalismen zum Beispiel, einfach zum Wiehern. Da sitzt ein Fuchs im Glas, strömen ganze Kuhställe oder nasse Welpen (auch als durchweichte Wollsocke bekannt) ihr Bukett aus. Andere sind eindeutig sportlich geprägt. Sehen oder riechen ein brillantes Spiel mit wahlweise impulsivem oder anmutigem Finale.

Eine weitere Gruppe verarbeitet lieber Tagesprobleme, erzählt von Korpulenz, explodierender Aromatik und von Tankstellengerüchen, sprich Petrol, im ewigen Trendgetränk Riesling.
Auch persönliche Wünsche kommen vor. Da wird ein warmer, einladender Körper (hhm!) im Rotwein erahnt, samtige Länge und ein vornehmes Format erschmeckt, von Vitalität und begeisternder Eigenständigkeit gesprochen.

Aber das witzigste, was ich bisher erlebt habe, war, wie ein Kollege angesichts eines zugegebenermaßen ziemlich seltsam riechenden Weißweins das höchst komplexe Aroma der Handtasche seiner Oma ausmachte: Großartig!

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