essen & trinken – Redaktionsblog

Schulobst für alle!

Äpfel, Birnen, Bananen, 9000 Schulkinder in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz griffen täglich zu, als kostenlos Obst in ihren Schulen verteilt wurde. Das Pilot-Projekt des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz war ein voller Erfolg. Was geliefert wurde, wurde auch gegessen und nicht weggeworfen. Reste wurden untereinander aufgeteilt.

Mit etwas Pech wird es leider bei diesem Versuchsballon bleiben. Der Hintergrund: Die EU stellt ab diesem Herbst 90 Millionen Euro für ein europäisches Schulobstprogramm zur Verfügung,  um den Obstverzehr zu steigern. Obst ist gesund, kann Krankheiten vorbeugen und Übergewicht reduzieren. Das ergab eine EPIC-Studie an rund 90.000 Probanden. In Deutschland ist jedes fünfte Kind zu dick, nur 19 % der 6–12 jährigen Kinder erreichen die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Obstmenge. Das Schulobstprogramm würde auch Kinder erreichen, die selten Obst bekommen. Es wäre also ein Segen: 20 Millionen Euro stehen allein Deutschland zur Verfügung, 12,5 Millionen Euro müssten wir zusteuern. Genau daran droht dieses vorbildliche Projekt nun zu scheitern, weil sich Bund und Länder nicht über die Finanzierung einigen können. Und wieder würden wir dann beweisen, dass Deutsche lieber Geld für ihre Autos ausgeben als für Ernährung. Zum Vergleich: 1,5 Milliarden Euro wurden zunächst für Abwrackprämien zur Verfügung gestellt, vermutlich wird das Doppelte benötigt.

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