Hier in Hamburg gibt es leider nicht wirklich viele China-Restaurants, die gute, authentische chinesische Gerichte kochen und deshalb freute ich mich riesig (und schwelge immer noch), als ich letzten Samstag eine Neuentdeckung machte.
Das Restaurant Han Yang (www.han-yang.de) hatte zum Mondfest eingeladen, einem der wichtigsten Feiertage in China. Nach dem chinesischen Kalender fällt er auf dem 15. Tag des 8. Mondmonats, in diesem Jahr der 3. Oktober. Zusammen mit vielen Verwandten und Freunden wird das Ende der Ernte zelebriert.
Unsere Gastgeberin Frau Yu und ihr Team stellten die acht Gänge des Menüs jeweils auf eine drehbare Glasplatte, die in der Mitte des großen runden Tisches stand. Jeder aus unserer Zehner-Runde nahm sich etwas von dem Gericht und drehte das Rad zum Nachbar weiter. Einfach fantastisch, nicht nur die kommunikative Art zu servieren, sondern auch das Essen. Besonders in Erinnerung sind mir der Zander mit fermentierten schwarze Bohnen, die knusprigen Entenscheiben mit Pflaumen-Sauce, die süß-sauer karamellisierten Garnelen und der Schweinebauch mit Tarowurzeln.
Und natürlich gab es als Nachtisch neben Drachenaugen, kleine Litschi-ähnliche Früchte, den traditionellen Mondkuchen. Die runden Kuchen mit einem Durchmesser von ungefähr zehn Zentimeter haben verschiedene süße Füllungen und sind ziemlich nahrhaft. Zwischen den Gängen erzählte Frau Yu Geschichten rund um das Fest. Etwa, dass kein Reis zu den Gerichten serviert wird, weil das Getreide zu den Alltagsspeisen gehört und bei einem Festessen nichts zu suchen hat. Oder die Legende der unsterbliche Göttin Hou Yi, die in einem Schloss auf dem Mond lebt.
Als wir das Restaurant in die klare Nacht verließen, strahlte der Mond besonders weiß und hell, schien viel größer als sonst zu sein und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Hou Yi uns zu zwinkerte.

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