essen & trinken – Redaktionsblog

Tipp: China-Restaurant in Hamburg

Claudia Muir Claudia Muir
7. Oktober 2009
6 Kommentare

Hier in Hamburg gibt es leider nicht wirklich viele China-Restaurants, die gute,  authentische chinesische Gerichte kochen und deshalb freute ich mich riesig (und schwelge immer noch), als ich letzten Samstag eine Neuentdeckung machte.
Das Restaurant Han Yang (www.han-yang.de) hatte zum Mondfest eingeladen, einem der wichtigsten Feiertage in China. Nach dem chinesischen Kalender fällt er auf dem 15. Tag des 8. Mondmonats, in diesem Jahr der 3. Oktober. Zusammen mit vielen Verwandten und Freunden wird das Ende der Ernte zelebriert.

Unsere Gastgeberin Frau Yu und ihr Team stellten die acht Gänge des Menüs jeweils auf eine drehbare Glasplatte, die in der Mitte des großen runden Tisches stand. Jeder aus unserer Zehner-Runde nahm sich etwas von dem Gericht und drehte das Rad zum Nachbar weiter. Einfach fantastisch, nicht nur die kommunikative Art zu servieren, sondern auch das Essen. Besonders in Erinnerung sind mir der Zander mit fermentierten schwarze Bohnen, die knusprigen Entenscheiben mit Pflaumen-Sauce, die süß-sauer karamellisierten Garnelen und der Schweinebauch mit Tarowurzeln.

Und natürlich gab es als Nachtisch neben Drachenaugen, kleine Litschi-ähnliche Früchte, den traditionellen Mondkuchen. Die runden Kuchen mit einem Durchmesser von ungefähr zehn Zentimeter haben verschiedene süße Füllungen und sind ziemlich nahrhaft. Zwischen den Gängen erzählte Frau Yu Geschichten rund um das Fest. Etwa, dass kein Reis zu den Gerichten serviert wird, weil das Getreide zu den Alltagsspeisen gehört und bei einem Festessen nichts zu suchen hat. Oder die Legende der unsterbliche Göttin Hou Yi, die in einem Schloss auf dem Mond lebt.

Als wir das Restaurant in die klare Nacht verließen, strahlte der Mond besonders weiß und  hell, schien viel größer als sonst zu sein und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Hou Yi uns zu zwinkerte.

Kommentare (6)

  1. sehr interessant
    eigentlich heisst die unsterbliche goettin “Chang Er”.

  2. na wenigstens in ner Millionenstadt gibts eins, ein authentisches chinesisches Restaurant. Kannste bei uns in der Provinz vergessen, alles dieser eingedeutschte Kram…

  3. In Hamburg gibt es viele schöne China-Restaurants. Ich mußte feststellen, daß die größten und sShönsten nicht die Besten sind und das chinesische Bekannte uns in ganz kleine unscheinbare Restaurants einluden, wo ich ohne sie nicht eingekehrt wäre, aber wo es ausgezeichnetes Essen gab. Dort wurde uns auch authentisches Essen serviert, was ich so noch nicht angeboten bekam, was aber sehr lecker schmeckte, obwohl es sehr einfache Gerichte waren. Ich meine jetzt günstige und abwechslungsreiche Alltagsküche, keine Delikatessen oder Besonderheiten. LG billi

  4. @billi1957

    Hallo Billi,

    das ist ja super zu erfahren, dass dich deine chinesischen Bekannten in ” ganz kleine unscheinbare Restaurants einluden”. Verrätst du uns auch, wo diese Restaurants zu finden sind und wie sie heißen?

    Danke dir und Grüße,
    Marc

  5. Chinesische Restaurants sind wie sicherlich die meisten Länderküchen am authentischsten, je näher sie sich am regionalen Ursprung befinden. In China selbst sind sie der natürlichen Progressivität unterworfen und entwickeln sich im Spannungsfeld zwischen Tradition und Neuerung ständig weiter ohne den Kontakt zu ihrer regionalen Herkunft zu verlieren. Bei chinesischen Restaurants hierzulande, die vornehmlich von einer chinesischen Klientel frequentiert werden, gibt es nicht selten zumindest eine Annährung, was chinesisches Essen erbringen kann. Der mit Abstand größte Teil der chinesischen Restaurants in Deutschland sind buddha-beladene Mampf-Stationen, die über das Niveau einer Einheits-Süß-Sauer-Ente-Kross mit Sambal Ölek nicht hinauskommen.
    Kaum eine Länderküche ist in Deutschland sicherlich so weit vom existierenden Potential entrückt, wie die chinesische, deshalb ist es auch so selten wirklich besuchenswerte Restaurants zu finden.
    Ein Tipp für eine Recherche, wenn es wenigstens die Restaurants sein sollten, wo Chinesen bevorzugt hingehen: Chinesische Tages- oder Wochenpresse, die in größeren asiatischen Märkten verteilt werden, z.B. Vinh Loi in Hamburg (gegenüber der Markthalle). Dort inserieren regelmäßig Restaurants – und keine Sorge, die Adresse ist auch für deutschsprachige Leute verständlich.

  6. ich muss billi1957 recht geben. Als hin-und-wieder-Hamburger würde ich schon sagen, dass es in H bessere und “originalere” asiatische Restaurants gibt als in anderen Großstädten. Im Han Yang war ich selbst zwar noch nicht, aber werde es beim nächsten mal probieren!

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