
Guerson und Sammy: Gründer von foodieSquare
Regionale Spezialitäten sind etwas besonderes. Häufig sind es kleine Manufakturen, in denen sie mit besten Rohstoffen aus der Region und nach traditonellem Handwerk hergestellt werden. Sie sind das Gegenteil von, ich nenne sie mal “anonymen Lebensmitteln”, von denen man nicht genau weiß, wie, womit und von wem sie produziert wurden. Regionale Lebensmittel dagegen schaffen Vertrauen und erfahren eine besondere Wertschätzung. Leider fehlt einem oft die Zeit, Spezialitäten in seiner Umgebung oder in anderen Teilen Deutschlands ausfindig zu machen. Dieser Aufgabe gehen jetzt Guerson und Sammy von foodieSquare nach. Nicht nur in Deutschland, in ganz Europa begeben sich die zwei “Foodies”, Essensliebhaber, auf die Suche. Sie besuchen Produzenten und Manufakturen, probieren regionale Spezialiäten, beratschlagen sich mit Slow Food, Chefköchen und Sommeliers. Nur hochwertige Produkte schaffen es auf ihren Online-Marktplatz foodieSquare. Hier sollen Produzenten und Foodies zusammen kommen. So erzählt etwa Georg Schenk in einem kleinen Video auf der Website von der Spezialitätenbrennerei August Rex in Dresden über den Apfel-Edelbrand Kaiser Wilhelm. Foodies können ihn bei foodieSquare einzeln bestellen oder sie entscheiden sich für eine so genannte Tasty Box, in der neben dem Apfel-Edelbrand weitere Spezialitäten zum Kennenlernen stecken, aus denen man ein Essen zubereiten kann.

Tasty Box im August: beste Produkte für „Allgäuer Kässpatzn“
Zum Testen haben uns Guerson und Sammy eine Tasty-Box zugeschickt. Zutaten für „Allgäuer Kässpatzn“ packen wir aus: eine Packung Spätzlemehl, zwei Flaschen Zwickel-Bier, 200 g Bergkäse, 32 Monate gereifter Schinken, ein Fläschchen Apfel-Edelbrand. Dazu ein Zettel mit dem Rezept und Informationen zu den jeweiligen Produkten. Es ist wie ein kleiner Schatz, den man da vor sich hat. Denn diese Produkte gibt es nicht im Supermarkt um die Ecke zu kaufen. Wo sie genau herkommen, das zeigt eine Deutschlandkarte auf der Rückseite des Rezeptes. Der Bergkäse kommt aus dem Allgäu vom Familienunternehmen „Oyfach guat“ der Familie Schmöge. Auch aus dem Allgäu: unfiltriertes, naturtrübes helles Zwickel-Bier aus der Haus-Brauerei Klier. Das Weizen-Dinkeldunst (Spätzlemehl) wird im mittelbadischen Ottersweier in der Zeller Mühle gemahlen und gemischt. Aus dem niedersächsischen Schinken-Museum F.W. Meyer stammt das Stück Schinken, vom Bentheimer Schwein und 32 Monate gereift. Der Apfel-Edelbrand „Kaiser Wilhelm“ wurde in der Dresdner Spezialitätenbrennerei aus der alten Apfelsorte Kaiser Wilhelm hergestellt. Die Produkte kommen also aus Nord-, Ost- und Süddeutschland. Sie werden in großen Paketen nach München zu FoodieSquare gebracht, wo sie dann in die Tasty-Boxen kommen und weiter verschickt werden. FoodieSquare erklärt, dass sie darauf achten würden, die CO2-Belastung pro Paket gering zu halten und in Zukunft Bäume gepflanzt werden sollen, um die CO2-Bilanz auszugleichen.

Essen ist fertig: „Allgäuer Kässpatzn“. Zum Nachtisch gibt es Schinken und Apfelbrand
Der Wissensdurst ist gelöscht. Jetzt geht es ans Rezept. Dafür besorgen wir nur noch Eier, Zwiebeln, Butter und Schnittlauch. Es bleibt uns überlassen, ob wir den Teig für die Kässpatzn mit dem Zwickel-Bier oder Mineralwasser zubereiten. Nach einem Probeschluck vom Bier sind wir so begeistert, dass wir es lieber zu den Spätzle genießen. Es schmeckt so mild und frisch. Kaum zu glauben, dass es einen Alkoholgehalt von 5 Prozent hat. Weiter zum Rezept: Es ist verständlich geschrieben und alles klappt. Für mich, die erst das zweite Mal überhaupt Spätzle zubereitet, sind die Blasen, die entstehen, als ich den Teig mit einem Kochlöffel schlage, die reinste Freude. Laut Rezept soll genau das passieren. Nach 20 Minuten Ruhezeit fallen die ersten Spätzle in das kochende Wasser und schwimmen nach ein paar Minuten oben. Mit geriebenem Bergkäse und gebratenen Zwiebeln kommen Sie auf den Teller und werden mit kühlem Zwickel-Bier und der Deutschlandkarte serviert. Es schmeckt uns hervorragend. Zwischendurch wandert der Blick immer wieder auf die Karte mit den Produktinfos. Zu wissen, wo sie herkommen und dass sie traditionell und mit viel Sorgfalt hergestellt wurden, macht das Essen noch besser. Jetzt sind wir gespannt auf den Nachtisch: „Den Schinken in hauchdünne Scheiben schneiden und auf Zimmertemperatur temperiert zusammen mit einem Stamperl (Schnapsglas) vom Kaiser Wilhelm Apfelbrand servieren.“ Ein etwas anderer Nachtisch. Mit dem Gedanken an die 32 Monate Reifezeit essen wir den Schinken nun auch ganz langsam. Dazu der gute Apfelbrand. Wir sind satt und selig.
Jeden Monat gibt es eine neue Tasty-Box auf foodieSquare. Im September dreht sie sich um das Thema Frühstück. Preis: ab 18,99 Euro.
Fotos: foodieSquare, Ina Lasarzik
Tags: Einkaufen, Feinkost
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