Vor kurzem trudelte eine Einladung zum Presselunch auf meinem Bürotisch ein. Für mich als Redaktionspraktikantin etwas ganz Neues und Aufregendes. Also freute ich mich besonders darauf, Premierengast zu sein. In der Einladung hieß es, dass in der Hamburger Hafencity ein neues Restaurant eröffnet: das La Baracca, welches künftig mit original italienischer Küche und einer großen Auswahl von Weinen die Gaumen der Hamburger verwöhnen möchte. Zudem lud das Restaurant mit einem neuen technischen Bestellsystem zur kulinarischen Erlebnistour. Das hörte sich doch sehr vielversprechend an, oder? Auf der Einladung tauchten die Begriffe „E-Speisekarte“, „E-Menü“ und „E-Guest-Card“ auf. Dies erschien mir auf den ersten Blick etwas ungewohnt, denn ich habe noch nie ein Restaurant besucht, in dem Bestellungen elektronisch in die Küche geschickt wurden.

Wohlfühlatmosphäre im Gastraum
Aber meine Neugier, mein ständiger Hunger und meine Lust Premierengast zu sein, ließen die Technik Sorgen verfliegen. Und außerdem: Was gibt es schöneres als Pasta, Pizza, Tiramisu und einen leckeren Espresso in der Mittagspause? Genau, dachte ich mir, fast nichts. So ging es los, bereit alles Essbare zu probieren, zu testen und zu bestaunen. Für eine essen & trinken Mitarbeiterin, die im Dienste der Kulinarik ständig nach etwas besonderem Ausschau hält, ist dies natürlich seit langem kein Problem mehr, sondern harter Arbeitsalltag.
Entdeckungsreise
Im La Baracca angekommen, begann meine Entdeckungsreise. Zunächst einmal beeindruckt von dem tollen Wohlfühl-Ambiente, entwickelte ich ein „zu Hause Gefühl“ und sah in jeder Ecke etwas Interessantes. Ein Kaminfeuer, ein großes Bücherregal mit alten Büchern und eine Lounge mit Ausblick auf die entstehende Hafencity. Toll! Antike Fundstücke und moderne Designelemente schaffen es, den gewollten Landhausstil abzurunden. Doch mitten im Lokal entdeckte ich das Herzstück des Restaurants: Ein verglaster Raum, in dem Salami-Würste und Schinken von der Decke baumeln und Köche vor den Augen der Gäste die Vorspeisen zubereiten. Dann gab es eine Einführung in die elektronischen „Werkzeuge“. Diese ließen sich einfach und leicht verständlich bedienen. Ich habe schnell Spaß an diesen Instrumenten gefunden, durchstöberte die vielzähligen Gerichte und die dazu einblendbaren Bilder sowie Informationen zu Inhaltsstoffen und Rezepten. Satt essen kann man sich an einer Portion jedoch nicht. Alle Gerichte sind eher klein gehalten, so dass kein Weg daran vorbei führt, mehrere Gerichte zu bestellen. Dabei gilt das Prinzip: Wer als erster am Tisch bestellt, der bekommt auch zu erst. So kann es schonmal vorkommen, dass nicht alle zur gleichen Zeit essen, was Anfangs gewöhnungsbedürftig ist.
Küchenhelden
Entwickelt wurden die Rezepte vom italienischen Michelin-Sternekochduo Andrea Berton und Norbert Niederkofler und die haben ihren Job sehr gut gemacht, denn alle Gerichte, die ich probieren durfte, waren sehr köstlich. Meine persönlichen Mittagsfavoriten waren die gerösteten Mandeln mit Rosmarin, dazu Parmesanbrocken mit Aceto Creme, Pasta Ravioli Ricotta & Spinat, Gegrillte Garnelen mit Pesto und als Dessert ein himmlisches Tiramisu.

Für Weinliebhaber: 96 offene Weine
Die Bestellung kann zu jeder Zeit bequem vom Tisch aus elektronisch in die Küche geschickt werden und kommt es doch einmal zu Problemen, lässt sich glücklicherweise per Serviceknopf ein Steward an den Tisch ordern. Der Steward ist übrigens nicht von einer Fluggesellschaft angeheuert, sondern eine Art Kellner im La Baracca. Er hält sich jedoch dezent im Hintergrund, serviert Speisen und Getränke. So kann der Gast ungestört von Fragen wie „Schmeckt es Ihnen?“ oder „Darf es noch was sein?“ schlemmen und nach Lust und Laune bestellen – ohne auf einen Kellner warten zu müssen. Dies empfand ich zum einen als praktisch und zum anderen als sehr angenehm. Jeder Gast tippt seine Bestellung munter in die E-Speisekarte und schickt sie an die Küche. Diese ist für jeden Gast visuell zugänglich, denn kleine Fenster zwischen Gastraum und Küche ermöglichen den hungrigen Gästen einen Blick hinter die Kulissen und in das bunte Treiben einer Großküche.
Vini per tutti
Nun zu „vini per tutti“. Übersetzt heißt der Satz „Wein für alle“ und leuchtet ein, wenn man die zwei großen Weinbars mit dem so genannten „vini per tutti“-Frischhaltesystem im La Baracca sieht. Dort kann der Gast aus 96 verschiedenen, offenen italienischen Weiß-, Rose-, und Rotweinen auswählen und am E-Menü die gewünschte Menge bestellen. Sogar Probegläser können gezapft werden. Nach meiner La Baracca Premiere bin ich mir sicher, dass ich dort noch einige Mittagspausen und Abende verbringen werde, weil mir die Atmosphäre, das Konzept und natürlich das Essen sehr gut gefallen haben.
Offiziell hat das LaBaracca am 13. September 2011 eröffnet. Sie finden es am Sandtorkai 44 in der Hamburger Hafencity. 270 Plätze im Innenbereich und 100 Plätze auf einer geschützten Terrasse warten jetzt also täglich darauf, besetzt zu werden.
Fotos: Jürgen Joost
Tags: Restaurant
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